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Genetische Klimaklassifikation

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Abb. 1 Die schematische Klimagliederung auf dem Idealkontinent und den Weltmeeren. (Nach H. Flohn, 1950)

( aus Blüthgen; Weischet S.663).

Die vier Zirkulationsgürtel:

1. ( 1.) äqatoriale Westwindzone mit der bzw. den innetropischen Konvergenzen
2. ( 3.) suptropische Trocken- und Passatzone
3. ( 5.) außertropische Westwindzone
4. ( 7.) hochpolare Ostwindzone

Wo diese Windsysteme ganzjährig vorherrschen, spricht Flohn von stetigen Klimaten, wo je zwei benachbarte einander im halbjährigen Wechsel ablösen von alternierenden.
So liegt zwischen 1. und 2. das alternierende Klima der äußeren Tropen mit Zenitalregen in der Zeit des höchsten Sonnenstands und passatische Trockenheit in den Monaten tiefstehender Sonne ( 2.), zwischen 2. und 3. die subtropische Winterregenzone (Mittelmeerklima) mit antizyklonalem windschwachem Wetter im Sommer und zyklonaler Westwindzirkulation vor allem im Herbst und Winter ( 4.) und zwischen 3. und 4. die Subpolarzone mit vorherrschenden polaren Ostwinden im Sommer und Westwindzirkulation im Winter ( 6.).
Auf der kontinentalen Nordhalbkugel ist die boreale Zone (6a.) noch als Untertyp vertreten. Sie liegt im Winter unter Einfluß des festländischen Kältehochs.

In seiner Darstellung fehlt das Monsunklima als eigener genetischer Klimatyp völlig. Die klassischen Monsunklimagebiete sind auf verschiedenen Gürtel aufgeteilt: Vorder- und Hinterindien gehören zu 1. ( 1.), China und Japan zu 3. ( 5.).
Flohn hat jedoch diese Gebiete nicht geleugnet, sondern er bezeichnet sie als Sekundäreffekte, die sich dem herrschenden planetarischen Prinzip, wie es in den steuernden Höhenwinden erkenntlich wird, unterordnen.

Interessant ist, daß , obwohl nur auf einem Idealkontinent dargestellt, die charakteristische Asymmetrie zwischen den West- und Ostküsten der Kontinente deutlich wird, wie sie in Wirklichkeit, z.B. in Amerika, vorhanden ist.
Die vollständige Abfolge aller 7 Klimagürtel des planetarischen Systems findet sich nur nahe der Westküsten der Kontinente, während die Gürtel ( 3.) subtropische Trocken- und Passatzone und
( 4.) subtropische Winterregenzone (Mittelmeerklima) an den Ostküsten zusammengedrückt sind.

III. Die Weltklimakarte von E. Kupfer

Die Weltklimakarte von E. Kupfer baut auf dem Schema von H. Flohn auf.
Die genetischen Primärursachen des Klimas, mit deren Hilfe sie erstellt wurde, sind: Anordnung des Zirkulationsgürtels, Frequenz und Zugbahnen der Zyklonen und Antizyklonen, Frontenhäufigkeit, Reibungseinfluß, Luv- und Leewirkungen, Höhenlagen, breiten- und bewölkungsabhängiger Strahlungseinfluß, Albedo und die Verdunstung.
Sie hat allerdings einige Probleme mit der Darstellung jahreszeitlicher Verschiebung, vgl. den Monsun in Indien. Wie alle genetischen Klimaklassifikationen und -einteilungen hat sie die Schwierigkeit, daß die Klimaeinteilungen quantitativ schwer faßbar sind. Sie können nicht durch Grenz-, Schwellen- oder Mittelwerte gekennzeichnet werden. Ihre Areale sind außerdem sehr weiträumig und undifferenziert (vgl. Flohn).
Nichtsdestotrotz zeigt sie einen guten Versuch, eine genetische Klimaklassifikation auf der Karte darzustellen.

Abb.2 Genetische Klimagliederung der Erde nach E. Kupfer 1957
(aus Blüthgen; Weischet S.665).
Literatur:

Blüthgen u. U. Weischet (1980) : Allgemeine Klimageographie. de Gruyter Berlin,
New York 3 Auflage,1980

Scherhag; Blüthgen; Lauer (1982): Klimatologie, Das Geographische Seminar

W.Weischet (1995) : Einführung in die allgemeine Klimatologie. Teubner Verlag
Stuttgard, 6. überarbeitete Auflage




  
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