| Die verrückte Welt der Paralleluniversen: Wo leben wir eigentlich? Und wenn ja, wie oft? von , ,
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Schwammige Argumentationen die einer Rechtfertigung ähneln
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"Die verrückte Welt der Paralleluniversen" ist keine naturwissenschaftliche Diskussion der Möglichkeit von Multiversen. Trotz der mathematischen und physikalischen Hintergründe der Autoren handelt es sich vielmehr um eine große Rechtfertigung der Existenz dieser Idee. Dies wird beispielsweise dadurch deutlich, dass Kritiker nur marginal zu Wort kommen. Insbesondere stört mich aber, dass die Argumentation der verschiedenen Disziplinen völlig vermischt wird; so werden Physikerzitate herangezogen um theologische Aussagen zu stützen und ähnlich umgekehrt. Als jemand mit physikalischer Vorbildung stehen dann an einigen Stellen die Haare zu Berge und ich habe das Buch mehrfach weggelegt und nur fertig gelesen, weil es locker genug geschrieben ist um flott durchzukommen. Die nach aktuellem Stand der Stringtheorie möglichen Universen sind nicht zu vergleichen mit philosophischen Universen, die sich bei jeder Entscheidung aufspalten. Dieses Bild ist irreführend und hilft der Diskussion nicht. Hätte man hier klar die Sichtweisen getrennt, die Experten einzeln zu Wort kommen lassen und die Zitate in einen fachlich passenden Rahmen gestellt sowie die Meinung der Autoren als solche gekennzeichnet und in einem eigenen Absatz statt zwischen den Zeilen untergebracht, so hätte das Buch viel an Qualität gewonnen.
Wie man an der Popularität in der Gesellschaft sieht, ist die Idee von Paralleluniversen spannend und es lohnt sich die alten und neuen Diskussionen in vielen Aspekten zu studieren. Dieses Buch ist aber in dieser Hinsicht ein Gemischtwarenladen der in Argumentationen keine Rücksicht auf Verluste nimmt und stößt dadurch viele Leser vor den Kopf. Nichtsdestotrotz verweigern die Autoren eine klare Meinungsäußerung und versuchen sich im Epilog dafür zu rechtfertigen. Da hätte ich wirklich mehr erwartet.
Exemplarisch für die Aussage des Buchs hier ein Absatz aus Kapitel 13:
"Zwar werden die wenigsten ihr Leben umkrempeln, wenn sich herausstellt, dass es wirklich andere Welten gibt. Gleichwohl ist diese Weltbildreform groß genug für eine neue Weltanschauung, vielleicht sogar für ein neues Lebensgefühl. Wir werden im Alltag nicht in jeder Minute an Parallelwelten denken. Aber Christen denken auch nicht permanent an Gott."
Eine Rezension von Albert Mahler >
vom 2. Januar 2010 |
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