Wetter, Klima, Menschheitsentwicklung: Von der Eiszeit bis ins 21. Jahrhundert


 
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Wetter, Klima, Menschheitsentwicklung: Von der Eiszeit bis ins 21. Jahrhundert (Gebundene Ausgabe) Zu F. Sirocko (Hg.) 2009, Wetter, Klima, Menschheitsentwickung.
Das Buch kann nur Laien überzeugen:
Die weitgehende Beschränkung auf rheinland-pfälzische Verhältnisse muss nicht nur Leser enttäuschen, die unter "Menschheitsentwicklung" anderes erwartet haben; auch für klimatische Fragestellungen mit globalen Schwankungen der Sonnenaktivität ist dieser Ansatz zu kleinräumig.
Ein Buch unter dem Geleitwort, "geschichtliches und geologisches Faktenwissen" vermitteln zu wollen, darf nicht derartig viele fachliche Fehler enthalten, von denen hier nur einige herausgegriffen werden, wie um Jahrtausende falsche oder nur auf die Eifel bezogene Datierungen (Megalithik, Bronze- bis Hallstattzeit, Völkerwanderung). Viele davon sind wohl auf das Chronologie-Chaos zurückzuführen; denn das bis -6000 verwendete Kürzel "BP" kann um tausend Jahre unterschiedliche Zeiten bezeichnen: In der anglistischen Geologie steht BP weithin für "vor 1950" allgemein; Sirockos Vereinfachung, "8000 BP entspricht 6000 BC", ist geologenüblich, aber bei ca. 12500 J. zurückreichenden Dendrodaten für Geschichtsaussagen nicht akzeptierbar. Warum nicht unsere eingeführte Standard-Zeitrechnung? Wozu englisch "BC" und "AD" in einem deutschen Buch? Warum veraltete/falsche Quellenangaben? Die Annahme eines unmittelbar aus der Sonnenaktivität ablesbaren Klimas für Mitteleuropa ist zumindest umstritten; sie variiert in unseren Breiten im Promillebereich, und das Zusammenspiel der zu Beginn des Buches geschilderten Energieverschiebungen auf unserem Planeten ist noch lange nicht ausreichend erforscht: Pazifische, atlantische, nordatlantische Klimaoszillationen wirken sich in verschiedenen Regionen Europas bereits unterschiedlich, sogar gegenteilig aus. So kann es nicht verwundern, dass u.a. die drei angeführten Hauptbeweise (Keltenwanderungen, Völkerwanderung, 14. Jh.) nicht haltbar sind.
Noch etwas zum Schmunzeln: "Tatsächlich umkreist die Sonne allerdings die Erde ... " (S.54), und: Natürlich reichten in den Alpen nicht "die Bäume bis zu 200 m höher als heute", sondern die Baumgrenzen.
Mit ca. 300 Abbildungen in einem hervorragenden Layout bietet sich ein angenehm zu lesender Bildband, der aber an der räumlichen Beschränktheit als auch Unzuverlässigkeit leidet. Zum Abgleich der Daten empfiehlt sich der "Atlas der Vorgeschichte" (v. Schnurbein 2009), wenn man von dessen unverstandenen Klimakolportagen absieht. Am bedenklichsten jedoch erscheint die waghalsige und ungesicherte Grundaussage, schwache Sonnenaktivität wirke sich unmittelbar im mitteleuropäischen Klima und regelhaft in gesellschaftlichen Krisen aus, deren übrige Ursachen stets großzügig übergangen werden. Daneben sind der Fachjargon und die unnötigen Anglizismen der angestrebten Zielgruppe nicht angemessen. Das uns mit diesem Schnellschuss vorgesetzte "Faktenwissen" wird wohl leider noch lange für Verwirrung sorgen.
(Ausführlicher mit Grafiken u. Belegen unter [...]).
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 2. Februar 2011
Kundenrezensionen:
2. Wetter, Klima, Menschheitsentwicklung, von der Eiszeit ins 21. Jahrhundert
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